Peru – Cajamarca und das Ende der Inkas

Von Trujillo an der Küste aus führte es mich mit Amanda wieder zurück in die Anden. Cajamarca gehört nicht zu den bekanntesten Zielen in Peru, jedoch ist es geschichtlich wichtig denn hier wurde die entscheidende Schlacht für die Eroberung der Spanier über die Inkas geschlagen. Die Altstadt von Cajamarca kann sich sehen lassen und in der Umgebung gibts ein paar noch ältere Ruinen zu sehen. Außerdem ist die ganze Stadt voller Essen! Jedes zweite Haus ist ein Restaurant und unser Hostel war mitten im täglichen Straßenmarkt. Ein buchstäbliches Schlaraffenland.

Der Name des letzten richtigen Inkakönigs ist Atahualpa. Der letzte richtige deshalb, da danach alle Könige von den Spaniern eingesetzt wurden und immer mehr an Macht verloren. Atahualpas Vater, seines Zeichens selbst Inkakönig, hat kurz vor seinem Tod das Reich an die beiden Söhne Atahualpa und dessen Halbbruder Huascar aufgeteilt. Wie es bei Geschwistern des Öfteren vorkommt konnten sie sich nicht richtig einig werden und haben gegeneinander Krieg geführt. Atahualpa gewann und tötete seinen Halbbruder. Die ganze Angelegenheit kam jedoch bei der Bevölkerung nicht so gut an und Atahualpa verlor an Zuspruch. Zur gleichen Zeit, genau gesagt im Jahre 1532 kamen die Spanier unter Leitung von Francisco Pizarro an der Küste an und trafen ein Jahr später in Cajamarca auf Atahualpa. Dieser soll sich in dem Moment der Legende nach gerade in einem heute noch existierenden Thermalbad entspannt haben.

Pizarro trug dem ahnungslosen Atahualpa das Wort seines Gottes „Gott“ in Form des allseits bekannten „Buch der Bücher“ an. Die Inkas, Atahualpa nicht ausgenommen, hatten jedoch nie eine Schrift entwickelt. Also hielt er sich das Würfelförmige geblätterte etwas ans Ohr, da er ein sprechendes Orakel darin vermutete. Als die Bibel keinen Laut von sich gab warf Atahualpa sie achtlos in den Dreck, was für Pizarro Anlass genug war, im Namen Gottes anzugreifen. Die Inkakrieger konnten auch nicht eingreifen, da sie keinen Befehl dazu hatten und sie mit der Todesstrafe bestraft werden sollten sie ohne Befehl handeln. Gegen die Stahlwaffen der Spanier hätten sie jedoch ohnehin keine Chance gehabt. Nach dem Blutbad wurde Atahualpa gefangen genommen. Selbstlos wie dieser offenbar gewesen sein muss, wollte er nicht sein Volk im Stich lassen und bot Pizarro an sich selbst freizukaufen. Er streckte in dem Raum in dem er sich gerade befand seinen Arm nach oben und verkündete das er als Lösegeld den Raum bis zu seinen Fingerspitzen mit Gold füllen würde. Weil er gerade dabei war versprach er ihn danach noch ein zweites Mal zu füllen. Gesagt getan, das Gold wurde aus dem gesamten Reich herbei gebracht, Pizarro nahm es entgegen und brachte Atahualpa trotzdem um, da er ansonsten einen Gegenangriff nach der Freilassung befürchtete.


Das Bad in dem schon die Inkas gebadet haben ist heute noch in Betrieb. Es wird „Inkabad“ genannt. Auf dem Bild sind die Abkühlbecken zu sehen. Da das Wasser eine Temperatur von über 70 Grad hat muss es erstmal etwas abkühlen bevor man es zum Baden verwenden kann.


In diesem Becken soll Atahualpa geplanscht haben als die spanischen Eroberer kamen


Das ist der Raum der zweimal mit Gold gefüllt worden sein soll. Jemand sagte uns das das eventuell nicht stimmt. Zumindest aber ist es das einzige Bauwerk der Inkas welches die Spanier in Cajamarca nicht zerstört haben.


Die Markierung bis zu der das Gold gestapelt wurde

Die Spanier haben nachdem sie die ganzen Inkagebäude zerstört haben ein paar eigene schicke Gebäude errichtet.


Der Hauptplatz von Cajamarca


Aussichtspunkt auf dem Cerro Santa Apolonia


Amanda, als Zebra verkleidet steigt herab vom Cerro Santa Apolonia


Betlehemkloster


In so kleinen Zimmerchen sollen die Nonnen geschlafen haben


Die schicke Fassade der Klosterkirche

Dann haben wir noch ein bisschen die Umgebung von Cajamarca erkundet. Wenige Kilometer von der Stadt entfernt befinden sich die „Fenster von Otuzco“, Gräber aus der Vorinkazeit. Leider werden sie ziemlich von der Verwitterung bedroht und es wird nicht wirklich etwas dagegen unternommen.

Last but not least haben wir noch einen geführten Tagesausflug zu einem Ort namens Cumbemayo unternommen. Dort gibt es interessante Felsformationen zu sehen und außerdem haben Menschen hier vor mindestens 3000 Jahren einen 8 km langen Kanal gebaut. Dieser Kanal ist deshalb etwas besonderes, weil das Wasser welches er führt andernfalls in den Pazifik fließen würde und in den Atlantik umgeleitet wird. Ziemlich krass wenn man sich den Unterschied vorstellt, hier befindet sich also auch genau eine Wasserscheide des Kontinents. Auf ungefähr 3600 m über dem Meeresspiegel.


Die kleine Wanderung führte durch diesen Tunnel, der nix ist für Menschen mit Platzangst


Auf dem runden Felsen links im Bild wurden Tiere geopfert. Der kleine Bach daneben führt das Wasser welches der aufwendige Kanal hierher bringt. Man nimmt an der Aufwand wurde aus spirituell/religiösen Gründen gemacht und das Wasser war für diese Kultur besonderes Wasser.


Die jungen Mädchen beherrschen bereits das komplizierte Webhandwerk


Der Guide erklärt diese stufenförmige Krümmung des Kanals. Die drei Stufen tauchen immer wieder auf in den bearbeiteten Felsen und könnten für den Übergang vom Leben in den Tod stehen.


Vielleicht das erste Emoticon der Menschheit

Cajamarca war für mich hochinteressant, Nordperu steht den südlichen Regionen um Cusco und Arequipa in nichts nach, was das kulturelle Erbe angeht.
Zum Schluss gibts noch etwas appetitanregendes. Jedenfalls für mich der ich weiß wie köstlich diese Frucht schmeckt. Eigentlich ist sie zu süß und sollte verboten werden.


Eine Cherimoya.

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